Chronik des BSV Grürmannsheide 1894 e.V.

Am Anfang stand der Landwehrverein ....

Ursprung und Entstehen des "Bürger-Schützen-Verein Grürmannsheide 1894 e. V." gehen nach mündlichen Überlieferungen in das Jahr 1870/71 zurück.

Einer Zeit, in der König Wilhelm von Preußen im Spiegelsaal zu Versaille von Bismarck zum Kaiser proklamiert wurde und in Grürmannsheide Begeisterung hervorrief. Vaterländische Vereinigungen und Stammtische waren an der Tagesordnung.

Die Suche nach Abstimmung und Bündelung unterschiedlichster Interessen, nach Austausch, Erfahrung und mitmenschlichem Gleichklang fand ihren Ausdruck im Verein. " Landwehr-Verein Grürmannsheide" gründeten.

Die Zeit nach der Gründung des Deutschen Reiches war nicht nur eine Gründerzeit für die Industrie, sondern auch eine Ära der Vereinsgründungen

Als nun auch noch die Arbeiter bzw. die Vertreter und Anhänger der Sozialdemokratie mit der Aufhebung des Bismarckschen Sozialistengesetzes (1878-1890) sich wieder ungehindert vereinigen durften, bedeutete das einen weiteren Impuls für das rege Vereinsleben in den Arbeiterwohnbereichen des Märkischen Raumes wie in Grürmannsheide

Der Volksmund sagt: "Wenn sich sieben Deutsche treffen, so gründen sie einen Verein." Ob das stimmt, sei dahingestellt. In Grürmannsheide jedenfalls waren es zehnmal soviel, nämlich 72 Dorfbewohner, die am 1. November 1886 den

"Landwehr-Verein Grürmannsheide" gründeten

Das Datum ist dem jetzt aufgefundenem Kassabuch aus dem vergangenen Jahrhundert zu entnehmen. Der Monatsbeitrag belief sich auf 16 Pfg. Für damalige Verhältnisse war das eine enorme Summe, betrug doch der Jahreslohn eines Arbeiters - unter Einbeziehung von Familienmitgliedern - bei einem 6-Personen-Haushalt DM 915,- und das bei einer täglichen Arbeitszeit von 11 Stunden.

Im Inseratenteil der Zeitung ...

ist in damaligen Ausgaben zu finden:

Dickes fettes Rindfleisch per Pfund

45 Pfg.

Trocken - Fleisch

55 Pfg.

Geräucherter Speck

65 Pfg.

Brot Stück

9 Pfg.

-10 Pfund Butter- im Kübel 10 Mark, per Nachnahme ins Haus geliefert.

 

- Die Iserlohner Zeitung konnte man bestellen, und zwar für 1 Mark, 50 Pfennig pro Quartal.

 

Im Kassabuch ist aufgeführt, daß 50 Mark Bestand vor der Gründung vorhanden waren. Diese Tatsache läßt, wie überliefert, Rückschlüsse auf eine längere Existenz der Gemeinschaft zu.

Auch war in diesem Gründungsjahr eine Summe in Höhe von 235,30 Mark für die Anschaffung einer eigenen Vereinsfahne als äußeres Zeichen der Gemeinschaft gesammelt worden.

Die wichtigste Aufgabe des Vereins bestand in der sozialen Absicherung der Mitglieder und deren Familienangehörigen. Das Invaliditäts-Altersversorgungs-Gesetz trat erst 1891 in Kraft und gewährte zunächst nur eine minimale Rente in Höhe von 135 Mark pro Jahr. Der Landwehr-Verein unterstützte in Not geratene Mitglieder mit 10 bis 20 Mark. Bei Todesfall wurde ein Betrag von 30 Mark ausgezahlt.

Pro Jahr fanden zwei Generalversammlungen statt, zu denen in der Iserlohner Zeitung annonciert wurde, ebenso zu den Abmärschen nach Oestrich und Bürenbruch. Hierzu wurden Vereinsabzeichen angeschafft. Alle zwei Jahre wurde das sogenannte "Stiftungs-Fest", verbunden mit der "Sedanfeier" begangen. Selbstverständlich feierte man auch den "Geburtstag seiner Majestät" oder auch " Kaisers Geburtstag."

Die Mitgliederzahl und die zu zahlende Beitragshöhe blieb in dem ganzen Zeitraum der Vereinsgeschichte konstant.

Für Stimmung sorgte der "Grürmannsheider Spielmannszug" ...

Im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts verwirklichten die Heimatfreunde des Dorfes Grürmannsheide den Gedanken, die Jugend in einem Spielmannszug zu vereinen. Ein Spielmannszug zu dieser Zeit war eine Seltenheit. In vielen Übungsstunden wurde fleißig geübt.
Im Kassabuch des Landwehr Vereins ist zu lesen, daß bereits vor dem Jahre 1886 eine komplette Ausstattung mit Musikinstrumenten vorhanden war. Somit dürften auch die Anfänge des Spielmannszuges in die siebziger Jahre zurückgehen.
Im Jahre 1887 beteiligten sich die Spieler an der Einweihung des Kriegerdenkmals in Oestrich, wozu "6 Böller" zu einem Preis von 25 Mark eingekauft wurden.
1888 benötigte der Spielmannszug dringend einige Militärflöten. Es wurden 4 Stück zum Preis von insgesamt 15,30 Mark bewilligt. Zusätzlich wurden 2 Trommeln zum Preis von 25,.25 Mark angeschafft. Etwas kleiner waren wohl die Trommeln, die im Jahre 1891 beschafft wurden, denn hier kosteten 2 Stück nur 23,- Mark. Daß auch richtig auf die Pauke gehauen wurde, zeigen die Eintragungen der Trommelfellbeschaffungen. Mit steigendem Erfolg beteiligten sich die Trommler und Pfeifer nicht nur an den Ortsveranstaltungen, sondern auch in der Umgebung. So bestritt der Spielmannszug am 13. Juli 1890 den musikalischen Teil bei der Oestricher Sedanfeier und bekam dafür den Betrag von 8,Mark ausgezahlt. Der Spielmannszug zeigte sein Können auch bei den Veranstaltungen in Bürenbruch, wo er regelmäßig aufspielte. Hierzu bekam er eine Unterstützung vom Landwehrverein in Höhe von 7,60 Mark für Getränke.
Eine Rechnung für das Stimmen eines Klaviers zeigt an, daß bereits im Jahre 1899 ein Übungsraum vorhanden war. Letzte Aufzeichnungen finden sich im Jahre 1899 mit der Anschaffung von 2 neuen Trommeln. Wie lange der Spielmannszug noch existierte und wo die Utensilien geblieben sind, ist nicht nachzuvollziehen.
Anzumerken bleibt, daß bei den alljährlichen Festen der eigenständige "Grürmannsheider Gesangverein Erholung" mitwirkte und zur musikalischen Untermalung beitrug. Im Jahre 1895 ist in der Iserlohner Zeitung nachzulesen, daß eine außerordentliche Generalversammlung einberufen wurde, da die guten Sänger nicht mehr an den Chorstunden teilnahmen und die Beiträge auch nur säumig gezahlt wurden. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt.

Gefeiert wurde im eigenen Festzelt....

Den Unterlagen ist zu entnehmen, daß der Grürmannsheider Landwehr-Verein ein eigenes Festzelt besaß.
Hierzu wurde ein großer Kredit aufgenommen. Zählt man die einzelnen Abtragungen für das Zelt zusammen, die an Gustav Korbeslühr zurückgezahlt wurden, so kommt man auf einen Betrag von 500 Mark zuzüglich Zinsen in Höhe von 21,50 Mark. Die erste Erwähnung des Zeltes fällt in das Jahr 1887. Ob die Vereinsgründung im Zusammenhang mit der Geldbeschaffung stand, bleibt dahingestellt.
So war auch in Grürmannsheidc die Möglichkeit gegeben, im "Trocknen" zu feiern.
Dieses Zelt war jahrelang Haupteinnahmequelle des Vereins. Für die Zeltaufstellung in Bürenbruch und Oestrich betrugen die jährlichen Einnahmen zwischen 70,- und 200.- Mark. Die Helfer bekamen für das Auf- und Abbauen des Zeltes 8.- bis 25.- Mark ausgehändigt, wobei Nägel als Sonderposten von 10 Pfennig aufgerührt sind.
1892 wurde nach Abtragung der Zeltschulden ein Zeltschuppen angeschafft. Hierzu war ein Betrag in Höhe von 172.53 Mark erforderlich. Im Jahre 1900 ist durch eine Annonce der Verkauf des Zeltes und des Zeltschuppens bekannt gegeben worden. Der Verkauf brachte 224,50 Mark ein. Geldbeträge wurden in der Sparkasse Hennen angelegt.
Anzunehmen ist noch, daß nach dein Jahre 1910 die Dorffeste im neu angebauten Festsaal der "Wirtschaft Jägewuh" gefeiert wurden.


   

Und so wurde gefeiert ....

Wie kann man nach über 100 Jahren" Festeindrücke" besser übermitteln als durch Augenzeugenberichte damaliger Zeit'?!
Darum sind an dieser Stelle einige Lokalanzeigen des lserlohner Kreisanzeigers im Original und ohne weiteren Kommentar wiedergegeben.

Ein Bericht von 26. Juli 1887

Das Stiftungsfest unseres Landwehrvereins, verbunden mit Fahnenweihe, ist auf s schönste bei herrlichstem Wetter verlaufen. Am Sonntag morgen um 5 Uhr kündigten Böllerschüsse und Reveille den Festtag an.
Unsere Ortschaft hatte ein Festkleid angelegt, dessen sich mancher größere Ort nicht zu schämen brauchte. Überall waren Ehrenpforten und Laubgewinde, mit Inschriften geziert, errichtet; fast aus jedem Hause wehte die Fahne in den Nationalfarben.
Mittags um 1 Uhr traten die Kameraden an. Der Zug bot einen interessanten Anblick: der Oberst nebst Adjutant begleiteten denselben hoch zu Roß.
Um 3 Uhr fand die Empfangsnahme des Landwehrvereins Leckingsen statt, welcher mit klingendem Spiele sein Herannahen verkündete; der Verein wurde vom Präses aufs herzlichste begrüßt.
Mittlerweile strömten von allen Seiten zu Hunderten die Festteilnehmer herbei, und der große Festplatz erwies sich noch als zu klein.
Herr Pastor Herdickerhoff vollzog nun die Fahnenweihe mit einer schwungvollen Ansprache, und eine schönere Rede ist wohl bei derartigen Gelegenheiten noch nie gehört worden; aber dieselbe hier wiederzugeben, würde viel zu weit führen
In das zum Schluß der Rede auf den Kaiser ausgebrachte Hoch stimmten alle mit Begeisterung ein, und weithin erscholl das Echo aus dem angrenzenden großen Tannenwald zurück. Dann begann des Konzert, ausgeführt von zwei Kapellen, und ein frohes und bewegtes Leben. Um 9 Uhr nahm der Festball in dem großen, sinnreich geschmückten Tanzzelt, dessen Eingang mit Lampions beleuchtet war, seinen Anfang und vermochte dasselbe die tanzlustigen Paare kaum zu fassen.
Kein Mißton trübte das Fest, und wir haben das Bewußtsein, ein schönes, würdiges Fest gefeiert zu haben, welches noch lange in unserer Erinnerung bleiben wird.

Stiftungsfest des Landwehrvereins

Der hiesige Landwehrverein feiert sein Stiftungsfest am Sonntag den 1. September. Der Festplatz befindet sich auf einer romantisch gelegenen Weide, dicht am großen Tannenwald
Bei gutem Wetter, welches wir erhoffen, wird sich die Feier zu einem Freudenfeste für unsern ganzen Ort gestalten. Mehrere Schaubuden und Karussells sind bereits angemeldet. Die Restauration zu diesem Feste hat Herr Möllenhoff übernommen, der für gute Speisen und Getränke beste Garantie bietet. Das gesamte Programm des Festes wird morgen im Kreisanzeiger bekannt gemacht werden.


   

Bericht von 2 September 1889

Der hiesige Landwehrverein feierte gestern, vom schönsten Wetter begünstigt, sein diesjähriges Stiftungsfest, verbunden mit der Sedanfeier, in erhebender Weise

Am Vorabend wurde das Fest durch Kanonenböller und Zapfenstreich würdig eingeleitet.

Sonntag mittag I Uhr bewegte sich der prächtige Festzug, nachdem der Vereinspräses Kamerad Gustav Rüsch eine kurze kernige Ansprache an die Mitglieder gehalten hatte, mit klingendem Spiel an der Spitze durch unsere Ortschaft, deren Bewohner durch Errichtung von Ehrenpforten und Beflaggen der Häuser auch äußerlich ihr reges Interesse an dem Feste kundgegeben hatten.

Nach Beendigung des Festzuges fand in einem großen, auf der Weide des Herrn F. Niemeier erbauten Festzelte ein Konzert der Letmather Kapelle statt, welches auch von außerhalb recht gut besucht war.

Der Obrist des Vereins hielt in zündenden Worten die Festrede, in der er des glorreichen Tages von Sedan gedachte und mit einem Hoch auf seine Majestät unserem allverehrten Kaiser Wilhelm II. schloß, in welches die Versammelten begeistert einstimmten, und darauf noch die National-Hymne sangen.

Im weiteren Verlauf des Nachmittages entwickelte sich auf dem herrlich gelegenen Festplatz, auf welchem Buden und Karussells aller Art aufgestellt waren, ein fröhliches Leben und Treiben bis zum Abend, worauf der Festball seinen Anfang nahm, der durch nichts getrübt, in gemütlichster Weise verlief und die Kameraden und Festgäste noch mehrere Stunden in fröhlicher Stimmung beisammen hielt.

Es sei noch erwähnt, daß die Beteiligung an der schönen Feier sehr zahlreich war. Wir wünschen dem Landwehrverein auch ferneres Blühen und Gedeihen.

1894 - Ein 100jähriger Verein wurde gegründet ...

Der 1. April des Jahres 1894 ist das Geburtsdatum des "Vaterländischer - Bürgerverein - Grürmannsheide 1894"

Im Jahre 1893 soll es nach mündlichen Überlieferungen zu Unstimmigkeiten zwischen gedienten Soldaten und Ungedienten im Landwehrverein gekommen sein.

In diesem Jahr sonderte sich ein Teil der Mitglieder ab und gründete den "Grürmannsheider Kriegerverein" , der zunächst die Kameradschaftspf7ege zum Ziel hatte und sich später für die Errichtung von Ehrenmalen einsetzte.

Grund der Vereinsteilung kann aber auch ein Erlaß von Wilhelm des II sein. Anfang 1892 ging eine Weisung der Polizeibehörden zu, "Die Mitglieder, welche einem Arbeiterverein angehören, vor die Wahl zu stellen, entweder aus dem Arbeiterverein oder aus dein Krieger- rsp. Landwehrverein auszutreten."

Wie es auch gewesen sein mag, läßt sich sicher nicht genau nachvollziehen.

In der Zeitung können wir hierzu folgendes nachlesen:

Grürmannsheide, 21. April (Vaterländischer Bürgerverein) Am I. April hielt der hiesige Landwehrverein eine außerordentliche Generalversammlung ah, wodurch der Verein zur vollständigen Auflösung kam. Die Versammelten beschlossen, eilten neuen Verein unter dem Namen "Vaterländischer Bürgerverein " ins Leben zu rufen und sind die Vorbereitungen hierzu irr vollem Gange...

Ein weiterer Bericht liegt aus dem Monat Juni des Jahres 1894 vor, dein weitere Details zu entnehmen sind.

* Grürmannsheide, 22. Juni (Neuer Verein)

All Stelle des vor kurzem eingegangenem hiesigen Landwehr - Vereins ist ein neuer Patriotischer Verein getreten. welcher den Namen "Vaterländischer Bürgerverein" angenommen hat. Derselbe hat bereits seine 1. General-Versammlung abgehalten, welche seitens des Herrn Heinr. Bürger mit einem mit Begeisterung aufgenommenem Hoch auf Se. Majestät den Kaiser eröffnet Wurde. Sodann erfolgte die Verlesung der- von der Behörde genehmigten Statuten und die Aufnahme mehrerer neu Angemeldeten in den Verein, welcher bereits eine Stärke von 43 Mitgliedern aufweißt, dem unzweifelhaft noch eine Reihe weiterer Beitrittserklärungen folgen werden.

Der Jahresbeitrag wurde auf 2 M. festgesetzt und als Vereinshaus das Lokal des Gastwirts W. Bürger in der "Jägerruh" bestimmt. Bei der nunmehr vorgenommenen Vorstandswahl wurden folgende Herren gewählt: Heinr. Bürger erster Vorsitzender, Wilh. Heimann/Gehr Stellvertreter, Karl König Schriftführer Dietr. Ostholt Kassierer, W Speerschneider, Friedr. Heucks Ludw. Geitmann, H. Vieler/Braken, Gust Vieler/Papenholz als Beisitzer. Zum Zugführer wurde W. Bremshey ernannt. Möge der nette Verein blühen und gedeihen und in seinem Streben, vaterländische Gesinnung und Königstreue zu pflegen, immer erstarken und zunehmen.

Schauen wir ein wenig zurück, wie die Welt aussah im Gründungsjahr des Vaterländischen Bürger-Vereins Grürmannsheide.

Der Berichterstatter des "Amtlichen Kreisblattes" läßt am 1. Januar 1895 das alte Jahr Revue passieren und stellt fest: "Was nun den allgemeinen Charakter des Jahres 1894 anbelangt, so hat dasselbe glücklicherweise keine verheerenden, welterschütternden Ereignisse geboren".

Ein ruhiges Jahr, sieht man von der Gründung des "Bürger Schützen Vereins Grürmannsheide 1894" ab-doch der Berichterstatter konnte schließlich nicht ahnen, daß ein 100jähriger Verein geboren war ...

Schatten des Krieges fallen auf den Verein ...

Um die Jahrhundcrtwende führte Wilhelm Heimann (Gehr) den Verein

Nach dessen Ableben im Jahre 1914 übernahm anschließend Wilh. Rinke sen. den Vorsitz.

In die Zeit des Wechsels in der Vereinsführung fiel der Schatten des 1. Weltkrieges über Deutschland und Europa. Immer mehr Mitglieder des Bürgervereins wurden zu den Waffen gerufen, und nach und nach erstarb das Vereinsleben.

Nach Beendigung des l. Weltkrieges im Jahr 1918 fand das Vereinsleben so wie die Gegebenheiten auf vielen anderen Gebieten des Lebens keinen rechten Aufschwung.

Nach mündlichen Überlieferungen ist nachzuvollziehen, daß in dieser Zeit eine Bürgerwehr entstand. Es herrsche eine große Lebensmittelknappheit daher war es für jeden Bürger eine Pflicht, sein Hab Lind Gut gegen bewaffnete Plünderungen und Bandendiebstahl zu schützen. Die Höfe wurden rund um die Uhr, auch von Frauen bewacht.

Als Wichtigstes nach dem Ersten Weltkrieg ist zu berichten, daß auf Bestreben aller Grürmannsheider Vereine für ein Denkmal zu Ehren der Kriegstoten geworben und gesammelt wurde. Dieses Ehrenmal konnte im Jahre 1922 eingeweiht werden.

Nach den zweiten großen Weltkrieg unseres Jahrhunderts wurde eine Gedenktafel für die Gefallenen und Vermissten angebracht. Jedes unserer Feste beginnt mit einer Gedenkstunde an diesem Ehrenmal Die kleine Gruppe du Bürgervereins die sich in den unruhigen 20 ger Jahren wieder zusammengefunden hatte, hielt aber immer treu da, Vereinsleben aufrecht Man besuche die Veranstaltungen und Feste befreundeter Vereine und verbrachte manche Stunde in froher Runde unter sich.

Als der Vorsitzende Wilhelm Rinke sen. verstarb, übernahm Gustav Bürger die Geschicke des Vereins.

1936 Umbenennung zum Schützenverein ...

1894" umbenannt. Dieser Verein erhielt großen Zulauf. Die Mitgliederzahl stieg von 58 auf 106 Eintragungen. Den Vorsitz führte auch hier Gustav Bürger.

Ein neuer Abschnitt der Vereinsgeschichte war angebrochen. Am 5. August 1937 wurde das 1. Schützenfest gefeiert. Gustav Rüsch und Wilhelmine Heimann waren das Königspaar. Zwei alte Meister unseres heimischen Kettenschmiedegewerbes Martin Gillich und Fritz Hohmann, hatten es sich nicht nehmen lassen, zu diesem Tag eine Königskette zu schmieden und sie dem Verein zu stiften.

Noch heute wird von unsrem König dieses Symbol heimischer Handwerkskunst getragen. Die Ablösung du ersten Königspaares erfolgte durch Ernst Eckey Lind Emmi Jüngermann.

Nach Beendigung des Krieges im Jahre 1945 konnte nur festgestellt weben daß der Verein alles verloren hstte Fahne und Gewehre waren vernichtet und durch die Nachkriegswirren ging ebenfalls das Vereinsvermögens verloren.

Die silberne Schützenkette ist ein wahres Schmuckstück ...

In den 30er Jahren stellten die beiden inzwischen verstorbenen Kunstschmiedemeister Martin Gillich und Fritz Hohmann die Grürmannsheider Schützenkette her.

Mit viel Liebe zum Detail schufen sie ein wahres Prunkstück.

Premiere hatte die aus 80 Einzelgliedern bestehende Silberkette auf dem ersten Schützenfest im Jahre 1937.

Der 1. Schützenkönig war Gustav Rüsch, und zur Königin nahm er sich Mimi Heimann, aus dem Hause nebenan.

Bis heute wird das kunstvoll geschmiedete Prunkstück jedesmal vom abdankenden König bzw. Kaiser an seinen Nachfolger weitergegeben.

Für jedes Königs- bzw. Kaiserpaar war es eine Selbstverständlichkeit, als Erinnerung an die Regentschaft, die Kette um einen gravierten Orden zu bereichern.

So sind es bis jetzt 25 Königsorden und 1 Kaiserorden, die die Kette zieren; und mit der Zeit wiegt die "Last der Vergangenheit" immer schwerer.

Zum 100jährigem Vereinsfest wird diese Kette nun im Vereinsschrank zur Erinnerung aufgestellt und durch eine neue ersetzt.

Im Verein hat sich die lange Tradition gehalten, daß für jeden "frisch gebackenen" König ein liebevoll gebastelter Eichenkranz als äußeres Zeichen seiner Würde gefertigt wurde.

Es war Gustav Rüsch, der es sich nicht nehmen ließ, diese Aufgabe über Jahrzehnte hinweg zu übernehmen

In der heutigen Zeit wird diese "Bastelarbeit" durch die Schützenfrauen übernommen.

Der Neuanfang im Jahre 1951

Dem Wunsch mehrerer Mitglieder nachkommend, den seit Kriegsbeginn 1939 ruhenden Bürger-Schützen-Verein wieder ins Leben zu rufen, waren 31 Mitglieder zur ersten Nachkriegsversammlung am 24. Juni 1951 erschienen.

Treue, Kameradschaft und Schützengeist vereinte die Mitglieder aufs Neue. Die Lebendigkeit des Schützengedankens ist ein Zeichen der dörflichen Gemeinschaft in Grürmannsheide

Der Aufbau des Vereins mußte von Grund auf neu gestaltet werden. Das gesamte Vereinsinventar wie Fahne, Gewehre und Vereinsvermögen waren durch den Krieg restlos verloren gegangen. Von den schriftlichen Aufzeichnungen existieren lediglich noch zwei Kassabücher aus den Jahren 1894-1922.

Nur dem glücklichen Umstand, daß sich die Königskette und das Diadem im Besitz des amtierenden Königspaars Ernst Ekey und Emmi Jüngermann befanden, ist es zu verdanken, daß diese kunstvoll geschaffenen Insignien die Wirren des Krieges überstanden.

Gustav Bürger, der das Amt des 1. Vorsitzenden schon seit 1935 innehatte, wurde genauso wie der Oberst Wilhelm Rinke von der Versammlung in seinem Amt bestätigt.

Die Mitglieder trafen sich im Vereinslokal " Jägerruh" oder in der Gaststätte "Zur schönen Aussicht".

Zu den ersten Aufgaben des Vorstands gehörte die Aufstellung einer Satzung, aus der der nachfolgend aufgeführte Text zu lesen ist:

"Zweck des Vereins ist die Pflege der Geselligkeit und Eintracht in Grürmannsheide, insbesondere durch Erhaltung üblicher Bräuche und Sitten unter Ausschluß politischer und religiöser Bestrebungen. Er schützt und hegt die Liebe zur Heimat und zum deutschen Vaterland. "

Das erste Schützenfest nach dem Krieg

Am 1. und 2. August 1952 fand in einem Anbauzelt des Gasthofs "Jägerruh" unter großer Beteiligung der Orts- und Gastvereine das Schützenfest statt.

Die Versammlung beschloß hierzu, den Hofstaat entgegen früherer Gepflogenheiten nicht mit dem Leiterwagen zu fahren, sondern erstmals einen Kutschwagen bereitzustellen

Oberst Wilhelm Rinke überreichte bei der Proklamation dem Königspaar Fritz Breer und Lissi Brenzel die Königskette und das Diadem mit den eindringlichen Worten:

"Tragt diese Insignien der Vergangenheit mit Stolz und Glück und seid euch bewußt t, welchen Wert sie in sich tragen, gebt sie volle Achtung an eure Nachfolger weiter. "

Auf diesem Fest ehrte der Oberst die Gründungsmitglieder KarlGrürmann und Fritz Lipps nach 58jähriger Mitgliedschaft.

1953 Fahnenweihe

In diesem Jahr war es so weit. Die Vereinsfahne war fertiggestellt. Die Fahnenweihe wurde auf dem Schützenfest 1953 durch den Gemeindebürgermeister Dietrich Noll vollzogen.

Er übergab die Fahne dem Oberst Wilh. Rinke und brachte im Namen der Gemeinde Oestrich den ersten Fahnennagel an. Anschließend gratulierten die Grürmannsheider Ortsvereine "Die Volksbühne" und der "M.G.V Sangeslust" und übergaben zu dieser Feierlichkeit ebenfalls Fahnennägel.

Auf tiefgrünem Tuch steht der symbolkräftige Wahlspruch:

"Aus alter Wurzel neue Kraft"

Es wurde anläßlich dieser Fahnenweihe der große Zapfenstreich gespielt.

1956 - Wanderpreis - Schießen mit dem SV-Oestrich

Die Vorstände der Vereine einigten sich mit folgenden Vereinbarungen:

1. Zum Wandeipreisschießen stellt jeder Verein 5 Mitglieder auf.
2. leder Verein kann so viele Mannschaften aufstellen, wie er will
3. Es wird geschossen: 5 Schuß stehend aufelegt, 5 Schuß freihändig - keine Probeschüsse.
4. Die Luftgewehre werden vor Beginn des Wanderpreis-Schieß ausgetauscht.

Im Jahre 1959 wurde mit eigenen Gewehren geschossen, und WiIh. Rinke stellte fest, daß die Grürmannsheider wieder erfolglos waren. Wie sich dann aber herausstelle, waren die Gewehre nicht in Ordnung, was die Niederlage erklärte .... Dieses interessante Schießen fand über Jahre hinaus statt.

1959 Wiederherstellung des Kleinkaliber-Schießstandes

Im Jahre 1959 wurde die Schießanlage auf dem Wiesengelände des Bauern Wilhelm Heimann (in der Nähe der heutigen Ortsringtafel wiederhergestellt. Die Schützenhalle hatte eine Größe vom 4 x 6 m und war in Holzbauweise ausgeführt.

Geschossen wurde aus zwei Schußöffnungen in Richtung des ehe maligen Siepens auf eine Hochblende. In einem geschlossenen Anzeigeraum wurden durch einen Feldfernsprecher die Ergebnis se entsprechend übermittelt. Für "Fahrkarten" wurde die "weiße" Kelle" gehoben. Heute existiert dieser Stand nicht mehr.

1961 - Schützen feiern "Silbernes"

Der größte dörfliche Grürmannsheider Verein war vor 25 Jahren der Bürgerverein. Dieser Bürgerverein wurde im Jahre 1936 in den Bürgerschützenverein umbenannt.

Das Königspaar Heinrich Schröer und Herta Kauer konnten zu diesem kleinen Jubiläum viele Gäste begrüßen: den stellvertreten den Bürgermeister Nolte, Stadtdirektor Schoßier, Ehrenbürger Heetmann und den Vorsitzenden des Letmather Schützenrings Ernst Müller. Er übergab im Namen des BSV Lössel einen Fahnen nagel. Fahnennägel überreichten auch Fritz Hänsel für den BSV Grüne und Fritz Rennfordt für den Spielmannszug Oestrich, der seit 25 Jahren bei allen Grürmannsheider Schützenfesten dabei war

Dem Gratulationsreigen schlossen sich die Grürmannsheider Orts. vereine an und übergaben ebenfalls Fahnennägel. Für der Oestricher Schützenverein überreichte der Vorsitzende Berthold Stockbauer symbolhaft einen noch nicht fertiggestellten silberner Fahnenkranz mit dem eingravierten Motto " in Treue vereint".

1968 - Ein neuer Vereinsschrank

Ein langgehegter Wunsch der Schützen ging in Erfüllung, als ein neuer Schrank in der Jägerruh aufgestellt wurde. Hier fand die Fahne aus dem Jahre 1953 einen würdigen Platz, und die Gewehre konnten sachgemäß untergebracht werden. Benno Höfer zeigte sich als Erbauer für den Schrank verantwortlich. Das Stück ist in der ehemaligen Werkstatt von Willi Speerschneider im Braken entstanden.

Vier Jahre lang wurde für diesen Schrank gespart; jeder der an einer Bierrunde teilnahm und frei trinken durfte, mußte einen "Groschen" in einen Sparbehälter werfen. Das hat man in den Kreisen der Schützen vier Jahre durchgehalten.

Unser 75jähriges Vereinsjubiläum -1969 -

Drei Tage lang stand das idyllisch gelegene Grürmannsheide im Zeichen des 75jährigen Jubiläums-Schützenfestes. Anläßlich des Jubiläums fand erstmalig ein Kaiserschießen statt.

Dem Festzug voraus ging eine kurze schlichte Feier am Ehrenmal. Begleitet vom Oestricher Schützenspielmannszug und dem Musikverein Deilinghofen, ging es zum Vogelschießen nach "Rüsch im Berge".

Bei schönstem Schützenwetter raubten wohlgezielte Schüsse mit dem Kleinkalibergewehr dem Kaiseradler die Insignien. 12.20 Uhr war es, als Ernst Holzrichter jun. die Krone abschoß; kurz darauf 12.45 Uhr fiel das Zepter durch Heinrich Späing. Karl Rasche schoß, gestärkt durch das Mittagessen, den Apfel. Das Schießen wurde jetzt immer spannender. Es war bereits 15.00 Uhr geworden, als Ewald Mark den linken Flügel abschoß. 15.45 Uhr fiel der rechte Flügel durch Fritz Schröer. Dann setzte das Kaiserschießen ein. Zwölf ehemalige Könige beteiligten sich an dem Kaiserschießen. Sie versuchten in einem scharfen Ringen um die begehrte Würde des Jubiläumskaisers den starken aus Pflaumenholz geschnitzten Adler zu Fall zu bringen.

Bald hätte es noch eine Überraschung gegeben. Der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Willy Haarmann, selbst ein treffsicherer Schütze, wollte in der letzten Phase "nur" den Ehrenschuß abgeben. Er traf, und der Rest des Adlers wackelte bedenklich.

Dann zeigte der Exkönig von 1958 und Schützenoberst Fritz Schröer wie es gemacht wird. Er holte den Rest des Rumpfes von der Stange Damit war das Kaiserringen entschieden. Auf starken Schultern thronend, wurde der Kaiser den jubelnden Gästen vorgestellt. Gustav Rüsch, der erste Grürmannsheider Schützenkönig von 1937, hatte geschmackvoll einen Eichenlaubkranz gesteckt, mit dem der Schützenkaiser Fritz Schröer geschmückt wurde.

Um 20.00 Uhr marschierten die alten und neuen Majestäten mit Hofstaat, Gefolge und Schützen in das große Festzelt auf dem neuplanierten Platz hinter der Volksschule. Unter den Klängen des Präsentiermarsches proklamierte Major Wolfgang Dürbeck Fritz Schröer zum Kaiser von Grürmannsheide, der sich zu seiner Mitregentin seine Königin Gerda Dürbeck zur Kaiserin erkor. Der "Kaiserwalzer" war dann der Auftakt zur allgemeinen Fröhlichkeit und gleichzeitig der Abschluß des offiziellen Teils.

Der Festsonntag ...

... wurde mit einem Frühkonzert unter Mitwirkung des MGV "Sangeslust" und des Musikvereins Deilinghofen unter der Gesamtleitung von Musikdirektor Fritz Tusch, Oestrich, eingeleitet.

Beim Festzug am Sonntagnachmittag war ganz Grürmannsheide auf den Beinen. Sämtliche Schützenvereine des Letmather Schützenringes waren mit ihren Königspaaren vertreten. Ein Herold ritt dem stattlichen Festzug bei schönstem Sonnenschein über die langgestreckte Grürmannsheide voran.

Neben der verpflichteten Musikvereinigung Deilinghofen waren im Festzug die Letmather Stadt- und Schützenkapelle, die Schützenspielmannszüge von Letmathe und Oestrich und der Fanfarenzug der Iserlohner Landsknechte vertreten, dazu die Grürmannsheider Ortsvereine.

Einen solch imposanten Festzug hatte Grürmannsheide noch nie gesehen. Selbstverständlich wurden der Grürmannsheider Schützenkaiser Fritz Schröer und seine strahlende Kaiserin Gerda Dürbeck im pferdebespannten Kutschwagen gefahren.

Selbst die Kühe und Rinder standen in der Weide bei Exkönig Ewald Mark Spalier und machten Begleitmusik.

Nach dem Vorbeimarsch vor allen Majestäten entwickelte sich in dem großen Festzelt hinter der Schule erneut ein festliches Treiben. Die auswärtigen Vereine füllten das Festzelt. Schon allein aus dieser Tatsache heraus wurde die Wichtigkeit des Zusammenhaltens des Letmather Schützenringes dokumentiert.

Die Kapellen, Spielmannszüge und der Fanfarenzug brachten den Majestäten Ständchen.

Der Montagnachmittag brachte eine Kinderbelustigung, und anschließend fand ein großer Dorfabend statt, in dessen Mittelpunkt eine Varieteschau mit guten Künstlern stand. In dörflicher Verbundenheit war das ein schöner Ausklang.

1970 - Biwak auf Dürbecks Hof

Am 11. Juli 1970 wurde auf dem Hofe der amtierenden Kaiserin Gerda Dürbeck das erste Schützenbiwak veranstaltet. Mit großem Arbeitseifer hatten sich die "Heideschützen und Arbeitsbienen" für das Biwak eingesetzt, durch dessen Erlös der Grundstock für ein Schützen-Eigenheim gelegt werden sollte. Dreißig wohlgenährte Kühe und Rinder muhten auf der Obstwiese, als die Grürmannsheider Schützen und ihre Frauen den "Großen Marsch" über die lange Rotehausstraße zu dem Hofe Dürbeck-Eckey unternahmen. Bei Anbruch der Dunkelheit entzündete man viele Lampions. Im alten Backhaus war eine kunstvoll eingerichtete Bar, wo man sich am knisternden Kamin wirklich wohlfühlen konnte

Ein weiteres Biwak fand im September des Jahres 1971 auf dem außerhalb liegenden Hof statt. In den darauffolgenden Jahren 1972 und 1974 feierte man Biwak auf dem Hofe Bürger. Anläßlich der Schützenheim-Einweihung fand im September 1975 ein Biwak auf dem Hofe Zappe statt, wo die Biwakveranstaltungen bis zum Jahre 1979 wiederholt wurden. Mit der Zeit erwies sich aber die Hoffläche als zu klein, und vom Jahre 1981 an finden in regelmäßigen Abständen die Biwakveranstaltungen in bekannter Form auf Bürgers Hof statt.

1977 - Spanferkel-Essen am Schützenheim

Einen gemütlichen Abend verbrachte die Schützen-Familie im September des Jahres 1977 mit dem seit langem geplanten Spanferkel-Essen. Sechs Stunden drehte sich das mit edlen Gewürzen vorbereitete Ferkel (160 Pfund) rund um die Achse. Endlich war es so weit, daß aufgetragen werden konnte, und die Gäste verzehrten die "Schwarte" mit Hochgenuß. "Schwein muß man haben" hieß es dann wieder im Jahre 1980. Das braungebrannte Ringelschwänzchen wurde für 100 DM versteigert. Dieser Betrag sowie eine Flasche, gefüllt mit Geldstücken, wurde einem guten Zweckder Aktion Sorgenkind - zugeführt.

1978 - Schützenfrauen zu Gast bei Carmen Thomas

Als es im Jahre 1978 bei Carmen Thomas in der Sendung "Hallo Ü-Wagen" um das Thema "Schützenfrauen" ging, war es keine Frage, daß die Einladung von unseren Schützenfrauen angenommen wurde.

Irgendwie hatte es sich herumgesprochen, daß unsere "Heidefrauen" was vom Feiern verstehen. Am WDR-Mikrofon wußten unsere "flotten Mädchen" denn auch eine Menge zu erzählen. Verständlich: beim geselligen Thema sind sie schließlich Experten.

Carmen Thomas war von den Grürmannsheiderinnen so begeistert, dal3 sie nach der Sendung sagte: "Kommt, wir trinken noch einen zusammen und ihr erzählt mir noch ein bischen aus Eurem Dorf."

1982 - Nikolausfeiern im Schützenheim

Zum ersten Mal fand im Jahre 1982 eine Nikolausfeier im Schützenheim statt.

Vielen Kindern werden diese Feiern der 80er Jahre noch gut in Erinnerung sein, wie auch den "Älteren" von uns die Nikolausfeiern in der Gaststätte Speerschneider unvergeßlich bleiben. Insgesamt fanden 9 Nikolausfeiern statt, die mit rund 30 Kindern und ihren Eltern immer sehr gut besucht waren.

Leider fehlte mit der Zeit das Interesse engagierter Eltern, diese aufgabenreiche Organisation weiterzuführen. Wir würden uns freuen, wenn Eltern sich wieder einmal hierfür einsetzen würden.

1986 - Prächtige Stimmung beim Waldfest

Um für das 100jährige in den richtigen Schützenfestrhythmus zu kommen. wurde ein Waldfest veranstaltet und das anstehende Schützenfest um ein Jahr verschoben.

Gut, daß die Schützen mit einem Zelt Vorsorge getroffen hatten, so konnten Wind und Wetter den Besuchern bei Rüsch im Berge nicht viel anhaben. Die Stimmung war übrigens prächtig. Für Stimmung sorgten die Kesberner Dorfmusikanten.

1988 - Fahrt ins Blaue

Stellvertretend für die alle zwei Jahre stattfindende "Fahrt ins Blaue" möchten wir hier die Vereinsfahrt 1988 aufzeigen.

Die erste Busstation war Münster. Dort standen eine Besichtigung des Westfälischen Museums für Naturkunde und des Planetariums auf dem Programm. Gegen Mittag traf man dann am eigentlichen Ziel, dem "Dorf Münsterland" bei Legden, ein.

Nach dem Mittagessen widmete man sich dem Vogelschießen. An einem idyllisch gelegenen Schießstand im Wald traten diesmal jedoch ausschließlich die Damen zum Wettkampf an, während die Herren lediglich Zuschauer spielten.

Nach dem Abendessen konnte jeder noch je nach Laune ein Tänzchen wagen oder die verschiedenen Einrichtungen der Freizeitanlage aufsuchen, bevor gegen Mitternacht in bester Laune die Heimreise angetreten wurde.

1989 - l. Königsball nach 20 Jahren

Im Haus Dröge in Leckingsen veranstalteten wir in einem großen Rahmen unseren Königsball.

Dafür, daß der erste Königsball nach 20jähriger Pause " eine rauschende Ballnacht wurde, sorgte die Kapelle von Bernd Dellwig. "Und eine Tradition lebte wieder auf . . . ."

Unser langjähriges Vereinslokal, die "Jägerruh"

In guter Erinnerung ist der alte Gasthof "Jägerruh" an der Rotenhausstraße. Der hatte neben der Gaststätte einen Gesellschaftsraum und einen geräumigen Saal mit einem mächtigen Kanonenofen. Unser Verein nahm diese Räumlichkeiten gerne in Anspruch.

In den 20er Jahren war in dem Gebäude sogar ein kleiner "Tante Emma-Laden" vorhanden. In den Nachkriegsjahren wurde zunächst das (unbeliebte) Dünnbier ausgeschenkt. Gut bekannte Gäste bekamen auch schon mal zu entsprechenden Preisen einen Kartoffel-. Zucker- oder Kornschnaps. Man nannte das kaltgestochene Getränk: "Rackerbaas". Für damalige Zeiten war das ein schmackhaftes Getränk. Bekannte Besucher brachten sich den "Hochprozentigen" zu besonderen Anlässen mit und spendierten eine Runde. Manche Gäste bekamen ohne Lebensmittelkarten ein deftiges Essen (zu Schwarzmarktpreisen).

Bald erwachte das Vereinsleben wieder. Im Anschluß an den Jägerruh-Saal wurde bei den Schützenfesten ein Zelt errichtet und im Saal eine transportable Schießanlage aufgebaut. Viele schöne Feste wurden gefeiert. So denken wir noch gerne an die "Schützenbälle, Kappenfeste und Nikolausfeiern", die immer sehr gut besucht waren.

Durch Differenzen mit dem Gaststättenpächter im Jahre 1970 faßte der Verein den schweren Entschluß, aus der Jägerruh, Sitz des Vereins seit Bestehen, auszuziehen und in der Gaststätte Speerschneider eine neue Bleibe zu finden, wo er auch freundlich aufgenommen wurde. Durch die Erkrankung der neuen Vereinswirtin Erni Cremer, die die Schließung der Gaststätte Speerschneider zu Folge hatte, stand der Verein praktisch auf der Straße.

Auf der Suche nach einem neuen Vereinsheim

Alle Bemühungen, dem Schützenverein eine neue Bleibe zu verschaffen, schlugen fehl. Immer wieder setzte man sich dafür ein, daß in der Situation einer fehlenden Gaststätte unbedingt ein Ausweg gefunden werden mußte.

In der alten Grürmannsheider Schule, in der u.a. der M.G.V Sangeslust sein Zuhause gefunden hatte, so wie in den Räumlichkeiten des damaligen Vorsitzenden Karl Rasche, fanden die Schützen vorrübergehend Unterkunft, um Versammlungen abzuhalten. Doch der Schießsport lag schon seit geraumer Zeit still, nachdem die Gaststätte Jägerruh nach dem Besitzerwechsel im Jahr 1973 für immer ihre Pforten geschlossen hatte. In der Jahreshauptversammlung des Jahre 1975 erklärte Karl Rasche der Versammlung, daß es nach langer Suche gelungen sei, die Erstellung eines Vereinsheims zu realisieren.

Man faste einmütig den Entschluß, sich selbst zu helfen und ein festes Zuhause für die Schützengemeinschaft zu schaffen. Das Ehepaar Fritz und Ilse Zappe bot eine ideale Möglichkeit an, um diese Pläne zu verwirklichen.

Die Familie Zappe stellte ihre Räumlichkeiten in einem bäuerlichen Anwesen (gegenüber der alten Grürmannsheider Schule) zur Verfügung. Innerhalb des Ortsrings war lange der Gedanke gehegt worden, ein eigenes Dorfgemeinschaftshaus zu bauen. Standort sollte der Schulgarten sein, aber da war noch die Sache mit den Hühnern ... Es bleibt noch zu erwähnen, daß es Anneliese Osthold war, die den Vorschlag des Umbaus der ehemaligen Stallungen unterbreitet hatte.

Unser Schützenheim wird gebaut!

Wenn Exkönige zu Handlangern werden ...

Die aktiven Schützen gingen bald an das Werk. Sie griffen zunächst einmal in die eigene Tasche und "spuckten sodann in die Hände".

Seit Januar/Februar 1975 waren sie an jedem Wochenende bei harter Arbeit versammelt. Hier wurden Oberst und Adjutant zu Maurern, die Vorsitzenden zu Putzern und Anstreichern, der erste Schießmeister zum Klempner. Exkönige sah man als Handlanger Dienst in gemeinsamer Sache verrichten. Eine Idee wurde zu einem Ziel. Es wurde ein Schützenheim in Eigenleistung gebaut. Ziegelsteine wurden gesammelt und gesäubert. "Lieferant" dieser Steine war die kath. Volksschule in Oestrich, die 1972 dem Bagger zum Opfer fiel.

Nach siebenmonatiger emsiger Arbeit war es soweit. Die ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäudeteile auf dem Hofe der Familie Zappe waren umgestaltet. Was hier geschaffen wurde, ist beispielhaft für den Geist unseres Vereins. In Hunderten von Arbeitsstunden schufen die aktiven Mitglieder das Heim und machten es zu einer gemütlichen Bleibe.

Die Schützenfrauen schmückten mit entsprechendem Wandschmuck die Räume gemütlich aus.

Mit einem zünftigen Biwak wurde am 6. September 1975 in froher Geselligkeit und mit einer Vielzahl von Gästen das neue Vereinsheim eingeweiht. Zu den Gästen gehörten am Nachmittag Oberbürgermeister Lindner, Letmathes ehem. Bürgermeister Willy Haarmann und die Stadtvertreter Herbert Nolte und Lutz Malaschöwski. Außerdem durfte der 1. Vorsitzende Karl Rasche Abordnungen der Ortsvereine und benachbarter Schützenvereine begrüßen.

Im Jahre 1989 wurde das Schützenheim modernisiert.

Außer einer neuen Theke schaffte man neue Tische, Stühle und ein Gläserregal an. Auch die Küche wurde neu gestaltet, die Beleuchtung erneuert, so daß das renovierte Schützenheim in neuem Glanz erstrahlte. Nach viermonatiger Arbeit weihte der Verein das neugestaltete Schützenheim mit einem Fest im Rahmen des Ortsrings ein. Möge dieses Schützenheim auch weiterhin allen Vereinsmitgliedern und Freunden des Vereins ein Ort der Gemeinschaft sein, an dem die Geselligkeit und Eintracht gepflegt wird!

Und was ist los, im Schützenheim ?

Wenn die Mitglieder des Bürger-Schützen-Vereins Grürmannsheide von ihrem Verein sprechen, so sagen sie: "Unser Verein"

Positiv gesehen ist "unser Vereinsleben" im Schützenheim schön gemütlich und vielfältig. Es bietet für jeden etwas, verlangt aber nicht, daß jeder an allem teilnimmt. Alle Aktivitäten zusammen sind ein Beitrag für die große Gemeinschaft "unseres Vereins". Nur durch die Mitwirkung eines jeden kann der Zweck des Vereins, die Pflege der Geselligkeit und Eintracht in Grürmannsheide und Umgebung, erfüllt werden. Jeder trägt seinen Teil zum Gelingen des Ganzen bei.

An jedem Freitag ist TREFF im Schützenheim. Sonntags ist Frühschoppen (Ausnahme: Wenn Samstags vorher eine Vereinsveranstaltung stattfand.) Wie überall, wenn sich Menschen treffen, die den Alltags-Streß vergessen möchten, plaudern sie über dieses und jenes. Es wird gelacht und getanzt.

Einen breiten Raum nimmt der Schießsport ein. Etwa 20 aktive Schützen nehmen regelmäßig an den Übungsstunden teil. Sie beteiligten sich auch an den Rundenwettkämpfen des Kreises. Diese Wettkämpfe werden auch auf dem angrenzenden Luftgewehrstand ausgetragen. Zum Verlauf eines Schützenjahres gehören vier Vorstandssitzungen, vier Quartalsversammlungen, eine Schießgruppen-, Jugend- und eine Ortsringversammlung.

Jeden dritten Freitag im Monat veranstalten wir ein Glücksscheibenschießen, an dem alle Anwesenden teilnehmen und das großen Anteil findet. Im Dezember findet die Adventsfeier und der Glühweinabend statt, an dem die Männer die Frauen bewirten. Sonstige Termine von Veranstaltungen werden laut Terminplan und kurzfristig durch Telefon-Rundruf bekanntgegeben. Für viele Vereinsmitglieder gehören die regelmäßigen Besuche im Schützenheim zum normalen Wochenablauf, und man behält, wie es bei Schützen selbstverständlich ist, die schönen Stunden in Erinnerung....

Mit den Jahren nahm das Vereinsleben seinen geregelten Lauf

Sieht man sich die Vereinsliste des Jahres 1952 genauer an, stellt man fest, daß zu dieser Zeit auch eine Schützendame die Mitgliedschaft des Vereins erworben hatte. Aus heutiger Sicht mag diese Tatsache verwundern, doch bleibt zu bedenken, daß zu dem Zeitpunkt der Aufnahme die Vereinssatzung noch nicht fertig gestellt war, die traditionell die Mitgliedschaft auf "Schützen" beschränkte. Wie gesagt, das Vereinsleben nahm seinen geregelten Lauf ... aber was wäre unser Verein ohne unsere "F r a u e n".

Im Jahre 1951 wurde der Vorstand gewählt und die vielfältigen Aufgaben verteilt, alles nahm seinen geregelten Lauf ....

Viel Arbeit stand an. Königsbälle und Schützenfeste mußten organisiert werden. Auch der Schießsport innerhalb des Schützenkreises wurde gepflegt. Man trug viele Wettkämpfe mit benachbarten Vereinen aus, alles nahm seinen geregelten Lauf ....

Gustav Bürger und Wilhelm Rinke führten den Verein in den Anfangsjahren mit großem Erfolg. Der Verein wuchs schnell auf über 100 Mitgliedern an. Im Jahre 1956 legte Wilhelm Rinke aus Altersgründen seine Tätigkeit als Oberst nieder und wurde von der Versammlune zum Ehrenoberst ernannt. Aus gleichem Grund stellte 1959 der 1. Vorsitzende Gustav Bürger sein Amt zur Verfügung. Er wurde Ehrenvorsitzender und zusätzlich für seine Verdienste um das Schützenwesen mit der "Kölner Medaille" ausgezeichnet.

Im Jahre 1956 wurde Fritz Schröer zum Oberst ernannt. Als im Jahre 1959 Willi Speerschneider den Vorsitz übernahm, zählte der Verein bereits 134 Mitglieder. Nach zwei Jahren fand wieder ein Vorsitzwechsel statt. Der aktive Oberst Fritz Schröer wurde im Jahre 1961 auch 1. Vorsitzender. In der Jahreshauptversammlung 1966 schlug Fritz Schröer der Versammlung vor, daß die Ämter des 1. Vorsitzenden und Oberst getrennt bekleidet werden sollten. Fritz Schröer blieb Oberst, und Karl Rasche wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Zum 75jährigen Vereinsjubiläum stand dem verdienten Schützenkameraden Fritz Schröer dann auch das Glück zur Seite, als ihm die Kaiserwürde zu teil wurde. Nach mehr als 22 Jahren Vorstandsarbeit legte Fritz Schröer im Jahre 1978 sein Amt als Oberst aus gesundheitlichen Gründen nieder und wurde zum Ehrenoberst ernannt. Durch seinen Einsatz und Engagement hat er seine Kraft dem Verein zur Verfügung gestellt und hatte großen Anteil an der Vereinsentwicklung.

Heinz Bürger wurde als neuer Oberst gewählt und bekleidet das Amt bis 1991.

Zu Ehren des 25jährigen Jubiläums des 1. Vorsitzenden Karl Rasche waren Vertreter des Westfälischen Schützenbundes, unser Kaiserpaar und das amtierende Königspaar zur Jahreshauptversammlung im Jahr 1991 eingeladen. In dieser für ihn einhundertsten Mitgliederversammlung wurde ihm für hervorragende Verdienste um das Schützenwesen die Ehrennadel des "Westfälischen Schützenbundes" verliehen. Die Versammlung ehrte seinen unermüdlichen Einsatz und Schaffenskraft durch die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.

Nachfolger für Karl Rasche wurde Heinz Bürger; Johannes Nolte übernahm das Amt des Obersten. Selbstverständlich wird die Vereinsarbeit nicht nur von zwei Amtspersonen getragen, wie in dieser Zusammenfassung aufgeführt, sondern ist ein Produkt aller Mitglieder.

 

 

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Anschrift

BSV Grürmannsheide

1894 e.V.

Ralf Breer   oder      Thomas Lücke          Rotehausstr. 14
58642 Iserlohn

 

Telefon

01719554730

 

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Jeden ersten Freitag im Monat findet unser     beliebtes     Glückscheibenschießen statt!

Auch Gäste sind zu   dieser Veranstaltung   herzlich eingeladen.

Vorkenntnisse sind     nicht erforderlich.

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Bergkönigschießen in Kesbern

20 + 21.10 2018

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